Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Mehr Stauraum für Radler am Bahnhof Sarstedt geplant

Veröffentlicht von Alexander Raths am 15.04.2019.

Sarstedt - Der Käfig am Bahnhof Sarstedt ist mit Drahteseln oft geradezu brechend voll. Schon jetzt stehen die Fahrräder in der Box dicht an dicht: Die Situation für Radfahrer, die ihre Drahtesel am Sarstedter Bahnhof abstellen wollen, soll sich deutlich verbessern. Noch bis zum Herbst will die Stadt aller Voraussicht nach zusätzliche Kapazitäten für die Fahrradfahrer schaffen. Auch denkt die Stadt an E-Bike-Fahrer, die ihre teuren Gefährte sicher deponieren wollen.

Derzeit gibt es einen großen, zum Teil abschließbaren und kostenpflichtigen Käfig. Zu dem existieren zwölf Boxen, in denen man einzelne Fahrräder einstellen kann – dies kostet zum Beispiel 35 Euro pro Jahr.

Aber: Der Platz ist nach Erkenntnissen der Stadt auf Dauer zu wenig, daher sollen 56 zusätzliche Stellplätze künftig zur Verfügung stehen. Hinzu kommen zehn Doppelboxen, in denen man jeweils zwei Drahtesel unterstellen kann. Darauf hatte sich die Politik zusammen mit der Stadt schon vor längerer Zeit geeinigt, aber unter anderem musste erst einmal geklärt werden, ob und wie der Platz für die neuen Stellplätze geschaffen werden kann. Dafür soll ein Teilbereich des Grüns am Bahnhof dienen.

Ausgleich für Grünfläche schaffen

Der Stadt zufolge wird aber ein Ausgleich geschaffen, in dem man neue Bäume angepflanzt werden. Zudem wartete die Stadt auf die Zusage, Fördergeld vom Bund zu bekommen. Der Ausbau kostet mehr als 80 000 Euro.

Zukunftsmusik bleibt laut Stadt Bauamtsleiter Rembert Andermann ein Parkhaus für Fahrräder. „Das fände ich schick“, sagt der Amtschef. Doch solch ein Projekt dürfte einen etwa sechsstelligen Betrag verschlingen. Daher kommt dieses zumindest im Moment noch nicht infrage. Geplant ist auch weitere Abstellplätze an der Westseite des Bahnhofs zu schaffen – wann, ist aber noch offen. Der allgemeiner Deutscher Fahrrad Club (ADFC) begrüßt solche Aktionen ausdrücklich. Bundesweit zeige ein Trend, dass immer mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, um dann auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Die Stadt appelliert außerdem an die Bürger, dass Radfahrer ihre ausrangierten Fahrräder entfernen, weil die Stadt dies sonst irgendwann übernehmen muss. Dies ist aber laut Stadt eine rechtlich schwierige Sache.

Für Autofahrer ausgereizt

Die Parkplatzsituation für die Autofahrer ist unterdessen ausgereizt, so die Verwaltung weiter. Die hatte zuletzt für rund 50 weitere Parkplätze für Pendler gesorgt, die ihre Wagen im Bereich der dort ansässigen Unternehmen abstellen. Mehr Parkplätze soll es zumindest vorerst nicht geben. Wohl aber eben mehr Platz für die Radfahrer – und dieses soll bis zum Jahresende vollständig umgesetzt sein.

Warten müssen die Fahrgäste jedoch noch darauf, dass der 2006 entstandene Personentunnel auf Vordermann gemacht wird. Der sieht eher schmuddelig aus und eine Renovierung ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Nach Angaben des Bauamts will die Stadt in den kommenden Jahren eine Lösung zusammen mit der Bahn als Eigentümerin der Immobilie finden, um auch dieses Problem zu beseitigen.

Vorrang haben erst einmal andere Projekte, wie zum Beispiel mehr Raum für die Kinderbetreuung zu schaffen, so Amtschef Andermann weiter.