Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Staus drohen: Land will Brücke erneuern

Veröffentlicht von Christian Harborth am 12.02.2018.

Hildesheim - Autofahrer aus dem Großraum Hildesheim müssen sich in naher Zukunft auf erhebliche Verkehrsbehinderungen vor allem im Osten der Stadt einstellen. Grund ist der geplante Abbruch und Neubau der B 1-Brücke über die A 7 an der Anschlussstelle Hildesheim. „Wir befinden uns derzeit in der Endphase der Planungen“, sagt Rüdiger Sump, Sachgebietsleiter für Straßenentwurf bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Voraussichtlich Ende des Jahres, spätestens Anfang 2019 sollen die Bagger anrücken. Die Fachleute der Behörde rechnen damit, dass die Arbeiten 2021 abgeschlossen sein werden. Die Baukosten beziffert Stump auf rund 5 Millionen Euro.

Der Geschäftsbereich Gandersheim der Landesbehörde, der rund 150 Kilometer der Autobahn von der hessischen Grenze bis Hannover-Anderten betreut, hat ein ausgeklügeltes System auf die Beine gestellt, damit der Verkehr trotz des erheblichen Eingriffs rollen kann. Die Brücke, die aus zwei Teilen besteht, soll während der Arbeiten befahrbar bleiben. „Wir werden erst die eine Hälfte abreißen und anschließend die andere“, kündigt Sump an. Der komplette Verkehr auf der Bundesstraße soll während des Eingriffs über das jeweils andere Bauwerk geführt werden.

Schnellstraße müssen einige Tage gesperrt werden

Allerdings wird es auch mehrere Vollsperrungen geben. „Wenn wir die Bauwerke sprengen, müssen wir die Autobahn und die Bundesstraße für einige Tage sperren“, sagt Sump. Normalerweise geschehe dies aber an Wochenenden, an denen keine Laster auf der Autobahn unterwegs sind. Trotzdem dürften sich tausende Autofahrer an diesen Tagen neue Wege suchen – etwa zwischen den Auf- und Abfahrten Drispenstedt und Hildesheimer Börde.

Die Brücke muss erneuert werden, weil sie nicht mehr den heutigen Anforderungen genügt. So sei sie auf Fahrzeuge ausgelegt, die vor vielen Jahrzehnten auf den Straßen unterwegs waren. „Aber heutige Lastwagen sind viel schwerer“, sagt Sump. Die Neuauslegung wird man nach Abschluss der Arbeiten auch sehen können. So wird das neue Gebilde drei tragende Pfeiler haben statt bisher einem.

Gleichzeitig mit dem Neubau will die Landesbehörde eine Gefahrenstelle beseitigen, die die Polizei und mit ihr die Unfallkommission, in der mehrere Behörden mitarbeiten, schon seit vielen Jahren auf dem Kieker hat: die stumpfen Auffahrten in beide Richtungen der A 7. Hier hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder gefährliche Situationen ergeben, weil Fahrer aus Richtung Einum oder der Innenstadt fälschlicherweise davon ausgingen, beim Einfädeln eine eigene Spur zu haben.

Das trifft aber nicht zu. „Zwischen 2014 und 2016 hat es allein an der Auffahrt Richtung Norden zehn Verkehrsunfälle gegeben“, sagt Polizeisprecherin Kristin Schuster. Weitaus größer muss die Zahl der Beinahe-Unfälle sein, die nicht von der Polizei erfasst werden. Um die Gefahr zu minimieren, war hier bereits die Geschwindigkeit reduziert worden. „Über die Jahre ist hier Stück für Stück nachgebessert worden, aber mehr geht nicht“, sagt Erhard Wien, Leiter der Autobahnmeisterei Hildesheim. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Problem insgesamt behoben sein: In beide Fahrtrichtungen sind zusätzliche Einfädelspuren vorgesehen.