Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Streit um geplantes Umspannwerk: Lösung bahnt sich an

Veröffentlicht von Alexander Raths am 13.06.2018.

Lamspringe - Im Konflikt um die Bepflanzung des geplanten Umspannwerks bei Lamspringe bahnt sich eine Einigung an. Die Fronten waren verhärtet, weil Netzbetreiber Tennet aus Sicht der Anwohner des künftigen Geländes eine zu geringe Begrünung geplant hatte. Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Südkreis, der Gemeinde sowie des Netzbetreibers Tennet haben sich am Mittwoch getroffen, um ihre Positionen auszutauschen. Auch die Umweltbehörde des Landkreises und das Gewerbeaufsichtsamt nahmen an dem „Erörterungstermin“ teil. Bürger und Gemeinde fordern, die Anlage möglichst weitgehend zu bepflanzen. „Wir sind auf einem richtigen Weg. Aber wird werden die Dinge weiter beobachten“, sagt Guido Franke von der BI Südkreis.

Gemeinde und Netzbetreiber Tennet stimmen sich ab

Tennet will auf die Forderung der Gemeinde eingehen, sich mit ihr über die Begrünung der bis zu zehn Meter hohen Anlage abzustimmen. Die soll sich über eine Fläche erstrecken, die etwa acht Fußballfelder groß ist. Bei der Bepflanzung geht es um die Nordseite des Werks, wo bisher Obstbäume stehen. Dort verlangt die Kommune neue Sträucher und Bäume, um auch diesen Teil besser zu verdecken. Sinn der Sache: Der Eingriff in das Landschaftsbild und die freie Sicht der Menschen der umliegenden Dörfer in die Natur soll nicht verstellt werden.

„Wir wollen einen Grüngürtel. Denn das Umspannwerk bedeutet einen massiven Eingriff in die Landschaft“, meint Lamspringes Bürgermeister Andreas Humbert. Wohlwissend, dass man die Anlage natürlich nicht „unsichtbar“ machen kann. „Das Werk wegretuschieren oder ein Tarnnetz? So was gibt’s nicht“, sagt Guido Franke von der Bürgerinitiative, die seit zehn Jahren Einwände gegen die Trasse Wahle-Mecklar erhebt. Zu der wird das Umspannwerk gehören.

Naturschutzbehörde billigt die Pläne des Unternehmens

Unterdessen hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises die bisherigen Pläne der Bepflanzung abgesegnet. „Man kann nicht verlangen, dass das Umspannwerk nicht zu sehen ist. Und auch nicht, dass das Landschaftsbild so bleibt, wie es ist“, sagt Ulrich Weber von der Behörde. „Tennet tut das, was möglich ist.“ Was das Unternehmen vorhabe, sei zumutbar. Laut Kreis dient die Bepflanzung mit Hecken und Sträuchern zudem als Ausgleichsfläche für die 20 Prozent des künftigen Geländes, die versiegelt werden – um dort Gebäude und Betriebsstraßen zu bauen.

Der Netzbetreiber geht davon aus, mit dem Bau der Anlage noch in diesem Jahr zu beginnen. Ende 2020 soll das Projekt abgeschlossen sein. Dem Gewerbeaufsichtsamt obliegt die Genehmigung des Vorhabens. Geplant sind auf dem künftigen Gelände des Umspannwerks unter anderem zwei Transformatoren – mehr als 20 Meter lang und fast 400 Tonnen schwer. Die Anlage soll mehr als 500 Meter vom nächsten Wohnheus entfernt sein.