Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Tödlicher Schuss: Ankläger fordert zwölf Jahre Haft

Veröffentlicht von Jan Fuhrhop am 14.03.2019.

Hildesheim/Hagen - Im Totschlag-Prozess gegen einen 25-jährigen Hildesheimer vor dem Landgericht Hagen hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag zwölf Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Der Mann hatte am 1. Juni 2018 seiner damaligen, ebenfalls aus Hildesheim stammenden, Freundin während eines Verwandtenbesuchs in Hagen in den Kopf geschossen, sie war später im Krankenhaus gestorben.

Nebenklage fordert lebenslänglich

Die Hildesheimer Nebenklage-Anwältin Laura Hoffmann, die den sechsjährigen Sohn der Getöteten vertritt, forderte, den Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Das ist bei Totschlag möglich, wenn das Gericht auf einen „besonders schweren Fall“ erkennt. Hoffmann sieht diesen Fall gegeben – zum einen dadurch, dass der Junge die Tat damals aus nächster Nähe miterleben musste. Zudem ist aus ihrer Sicht eine „Nähe zu den Mordmerkmalen Heimtücke und niedrige Beweggründe“ zu erkennen.

Sohn musste Tat mit ansehen

Der Verteidiger des 25-Jährigen, Andreas Trode, hat hingegen auf eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und eine „angemessene Strafe“ plädiert. Auf eine konkrete Forderung verzichtete er. Trode hatte den tödlichen Schuss während des Prozesses als Unfall und nicht als gezielte Tat dargestellt. In diese Richtung zielte auch ein Beweisantrag, den er noch stellte: Man solle versuchen, eine zweite Kugel zu finden, die damals aus der Waffe seines Mandanten abgefeuert und in einer Zimmerwand stecken geblieben sein soll. Diese könne belegen, dass der 25-Jährige nicht geübt mit der Waffe sei und dass es keine gezielte Tötung gewesen sei.

Die Landgerichtskammer Hagen unter Vorsitz von Richter Marcus Teich will das Urteil am kommenden Freitag, 22. März, verkünden.