Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Das kann bei saisonaler Depression helfen

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 11.01.2019.

Hildesheim - Angeblich ist diese Zeit die traurigste des Jahres. Das will zumindest ein britischer Psychologe herausgefunden haben. Die Formel, mit der er das berechnete, lautet: [W + (D-d)] x Tq ÷ [M x Na]. Das trübe Wetter spielt darin eine Rolle, die seit dem neuen Jahr schon wieder gescheiterten Vorsätze, das Weihnachtsfest, das sich im Nachhinein noch finanziell bemerkbar macht und der gefühlte Druck, gegen all das etwas unternehmen zu müssen.

Die sogenannte Winterdepression ist ein uraltes Phänomen. Ihre Symptome, unter denen heute etwa 5 Prozent der Bevölkerung leiden, wurden bereits in der Antike von Hippokrates beschrieben: Die Betroffenen fühlen sich traurig, grantig, launisch oder ängstlich. Ihr Interesse an den üblichen Aktivitäten sinkt oder geht ganz verloren. Sie essen mehr als sonst, besonders Kohlehydrate wie Brot und Teigwaren haben und nehmen in der Folge zu. Sie fühlen sich tagsüber schläfrig und allgemein antriebslos.

Personen im Alter zwischen 15 und 55 sind am häufigsten betroffen - Frauen viermal so oft wie Männer. Was man dagegen tun kann, weiß der Apotheker Kamil Körner aus der Apotheke Schlickeiser: „Licht und Bewegung sind ganz wichtig. Man sollte unbedingt rausgehen, auch wenn das Wetter jetzt nicht gerade dazu einlädt.“

Auch eine vitaminreiche Ernährung könne dazu beitragen, dass Betroffenen sich besser fühlen.“Und Sport natürlich auch“, meint Körner,“Bewegung ist generell ein Stimmungsaufheller.“

Dennoch rät er bei anhaltenden Symptomen zur Vorsicht: Wem es wirklich nicht gut gehe, der brauche eventuell eine tiefergehende Beratung, möglicherweise von einem Psychotherapeuten. „Aber um das herauszufinden, ist im ersten Schritt gerade eine Apotheke ein guter Anlaufpunkt. Wer sich unsicher ist, den beraten wir ausführlich.“

Ansonsten sollte man auf die Berechnung der traurigsten Tage auch nicht allzu viel geben: Wie sich das Wetter messen lässt oder in welcher Maßeinheit die Motivation in die Formel eingetragen werden soll, lässt der Psychologe offen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Wissenschaft nicht viel von der Theorie hält.

Hier finden Betroffene Hilfe

Verein für Suizidprävention:
Telefon 05121 / 5 88 28, täglich zwischen 18 und 22 Uhr, www.suizidpraevention-hildesheim.de

Kinder und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“:
Telefon 05121 / 11 61 11, Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr, (anonym, kostenlos von Festnetz und Handy), www.nummergegenkummer.de

Elterntelefon „Nummer gegen Kummer“: Telefon 0800 / 1 11 05 50, Montag und Mittwoch 9 bis 11 Uhr, Dienstag und Donnerstag 17 bis 19 Uhr (anonym, kostenlos)

(U25): Beratung und Begleitung Jugendlicher bundesweit bei Krisen und Suizidgedanken, www.u25-freiburg.de

Für Notfälle: Feuerwehrleitstelle:
Telefon: 0 51 21 / 3 01 22 22.