Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Trinkwasser: Freden sagt Wasserverband Peine ab

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 01.12.2018.

Südkreis-Gemeinde will Wasserwerk behalten und bleibt dem Überlandwerk Leinetal als Betriebsführer treu / Verband aber weiter für Abwasser zuständig

Von Carina Fernandes

Freden. Die Gemeinde Freden übergibt die Trinkwasserversorgung nicht in die Hände des Wasserverbands Peine. Das haben die Mitglieder des Gemeinderates während der vergangenen Sitzung am Mittwochabend entschieden. Es wird sich also weiterhin das Überlandwerk Leinetal (ÜWL) um die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde kümmern.

Der Rat hatte während seiner Sitzung über die Mitgliedschaft in der Verbandsgemeinschaft beraten. Im Falle einer Mitgliedschaft wäre auch das Sachanlagevermögen in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro an den Wasserverband übergegangen also das Wasserwerk der Gemeinde. Zugleich hätte der Wasserverband Schulden in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro übernommen.

Der Wasserverband hatte im Aufgaben-Übertragungsvertrag zugesichert, die Kosten begonnener Investitionen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt hätte die Gemeinde außerdem die Möglichkeit gehabt, in die Solidargemeinschaft Trinkwasser aufgenommen zu werden. Die Fredener bezahlen derzeit 1,82 Euro pro Kubikmeter Frischwasser. Bei den Mitgliedsgemeinden der Solidargemeinschaft liegt der Preis derzeit bei 1,48 Euro. Im Jahr 2020 ist eine Steigerung auf 1,55 Euro vorgesehen.

„Wir haben mit dem ÜWL als Geschäftsführer bisher immer gut zusammengearbeitet“, sagte Helmut Wecke (SPD). Wenn die Versorgung in eigener Hand bleibe, könne weiterhin eigenständig über das Wasserwerk entschieden werden. Schließlich sei dafür der Betriebsausschuss des Wasserwerkes da. Weiterhin sei das Überlandwerk ein guter Arbeitgeber in der Region, der unterstützt werden müsse. Dem stimmte Walter Schmidt (WG) zu und betonte, dass er momentan keinen Vorteil in der Übergabe der Wasserversorgung an den Wasserverband Peine sehe. Die Entscheidung, die Trinkwasserversorgung nicht an den Wasserverband zu übergeben, hat keinen Einfluss auf die Abwasserversorgung, um die sich der Peiner Verband weiterhin kümmern soll.

Die Mitgliedschaft in der Solidargemeinschaft Abwasser, für die die Ratsmitglieder während der Sitzung gestimmt haben, bleibt von der Entscheidung also unberührt. Danach soll der Abwasserpreis bis zum Jahr 2023 an den Solidarpreis in Höhe von maximal 3,90 Euro pro Kubikmeter angehoben werden. Derzeit liegt er bei 2,50 Euro pro Kubikmeter. Laut Berechnungen des

Wasserverbands werden die Preise jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung, der geplanten Sanierungsmaßnahmen und der Kostenentwicklung der Klärschlammentsorgung ohnehin steigen. Das hatte Verbandsgeschäftsführer Olaf Schröder während einer vergangenen Sitzung verdeutlicht. Danach läge der Abwasserpreis in Höhe von 3,50 Euro nur 40 Cent unter dem maximalen Solidarpreis.