Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Trockenheit sorgt für schwache Weizenernte

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 12.08.2019.

Kreis Hildesheim - Die Weizenernte fällt in weiten Teilen des Landkreises offenbar schlechter aus als im vergangenen Jahr – dass es erneut überdurchschnittlich trocken war, lässt die Erträge sinken. Einen ähnlichen Effekt befürchten die Landwirte bei der Zuckerrübe. Doch es gibt auch große regionale Unterschiede.

Gerade in der zentralen Hildesheimer Börde, im Bereich der Gemeinde Schellerten, haben sich viele Befürchtungen bewahrheitet: „Im Vorjahr hatten wir rund 90 Doppelzentner Ertrag pro Hektar, da haben wir gesagt, wir sind angesichts der Trockenheit mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Konrad Westphale, Kreisvorsitzender des Landvolks und Landwirt in Ottbergen. „In diesem Jahr sind es nur 80 Doppelzentner, auf manchen Feldern sogar weniger.“

Fortgesetzte Trockenheit

Das Problem sei, wie im Lauf des Jahres schon mehrfach angedeutet, die fortgesetzte Trockenheit. Die lange Dürre im Vorjahr habe sich noch gut ertragen lassen, weil die Börde-Böden gute Wasserspeicher sind. Doch irgendwann gab es nichts mehr zu speichern, im Winter und auch danach regnete es in der Börde nicht genug. Nun sind die Äcker regelrecht durchgetrocknet.

Wobei es sich nicht um kreisweit flächendeckende Probleme handelt. „Zur Wahrheit gehört auch, dass es im Ambergau wohl eine richtig gute Ernte gibt, dort gab es auch mehr Niederschlag“, sagt Westphale. Die teilweise massiven Unterschiede zwischen wenige Kilometer voneinander entfernten Orten machen ihn nachdenklich: „Ich glaube, den Klimawandel braucht niemand mehr zu leugnen“, sagt der Landvolk-Vorsitzende. „Er äußert sich in Extremen – extreme Hitze, extreme Trockenheit, vielleicht auch mal wieder extreme Nässe.“

Rübenmotte macht Sorgen

Den Klimawandel zumindest zu entschärfen, sei „Aufgabe von uns allen auf der ganzen Welt“. Die Landwirtschaft müsse überlegen, wie sie damit umgehe: „Diese extremen Ausschläge machen eine Planung immer schwieriger.“ Dass zwei Trockenjahre hintereinander vielen Betrieben das Genick brechen könnten, glaubt er aber nicht: „Nur wer ohnehin überlegt, aufzuhören oder Partnerschaften einzugehen, könnte sich bestärkt fühlen.“

Kleiner als üblich fallen auf den meisten Feldern bislang die Zuckerrüben aus – Außenstehenden dürften zu dem die weniger dichten Blätter auffallen, die den Blick auf den Ackerboden immer noch freigeben. „Wir hoffen aber, dass mehr Regen in den nächsten Wochen die Rüben noch stärkt, sie sind schließlich robust und flexibel“, sagt Helmut Bleckwenn. Er spricht als Vorsitzender des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer für rund 6500 Bauern in ganz Norddeutschland.

Die haben noch eine ganz andere Sorge: die Rübenmotte. Die Ausscheidungen von deren Larven begünstigen Pilze, die wiederum die Rüben faulen lassen. Regnet es in normalem Ausmaß, werden die Hinterlassenschaften weggespült – bleibt es trocken, werden sie zum Problem.