Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Unterricht wohl vorübergehend in Containern

Veröffentlicht von Christian Harborth am 11.09.2018.

Hildesheim - Die Arbeiten haben noch gar nicht richtig begonnen. Und trotzdem läuft der Geschwister-Scholl-Schule schon die Zeit weg. Der Umzugstermin für Hildesheims einzige Hauptschule in die Nordstadt ist für August 2019 terminiert. „Aber ich gehe davon aus, dass der Umbau dann noch nicht beendet sein wird – ein kleiner Teil unserer Schüler muss vielleicht erstmal in Containern auf dem Außengelände unterrichtet werden“, sagt Schulleiter Reinhard Patzfahl.

Er ist im Gebäude der leeren Anne-Frank-Schule unterwegs, um sich einen Überblick über die neuen Räume und das große Außengelände zu verschaffen. Platz ist etwas, das die Schule, die derzeit noch im Schulzentrum in Himmelsthür untergebracht ist, mehr als alles andere benötigt. 24 Klassen hat die Hauptschule momentan. Bei den Planungen für den Umzug waren die Fachleute noch von 20 Klassen ausgegangen. Aber entgegen vorheriger Befürchtungen hat die Schule trotz des angekündigten Umzugs einen regen Zulauf. Und deshalb will Patzfahl auch nicht klagen. „Mit einer übergangsweisen Containerlösung können wir gut leben.“

Auf Dauer baut er aber wie Schuldezernent Malte Spitzer auf einen Anbau, den die Verwaltung auch dem Rat vorgeschlagen hat. Die Fachausschüsse haben bereits zugestimmt. Jetzt warten alle auf die Entscheidung des Stadtrats.

Derweil haben die Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude bereits begonnen. Arbeiter haben die Decken in weiten Teilen des Gebäudes abgenommen, Kabel hängen unverkleidet unter der Decke, Mauern liegen frei. „Wenn die Kindertagesstätte ausgezogen ist, gehen die Arbeiten richtig los“, sagt Patzfahl. Die Kita aus Marienburg, übergangsweise in der Anne-Frank-Schule untergebracht, zieht in einen Neubau an der Goslarschen Landstraße.

Anschließend werden in der Nordstadt Wände eingerissen und neue gezogen. Die Räume müssen größer werden. Die Förderschulklassen hatten maximal 16 Mädchen und Jungen. „Wir haben bis zu zehn mehr“, sagt Patzfahl. Deshalb werden die meisten Räume um zehn bis 15 Quadratmeter vergrößert.

Nach anfänglicher Frustration wegen des vom Rat „angeordneten“ Umzugs in die Nordstadt ist die Stimmung im Kollegium der Geschwister-Scholl-Schule inzwischen bestens, sagt Patzfahl. Der Aufbruch ist allerorten greifbar. Ein ehemaliger Schüler hilft dabei, das Logo der Schule, die Weiße Rose, zu überarbeiten. Im neuen Foyer sollen die Voraussetzungen für eine Küche und spätere Mensa geschaffen werden. „Wenn wir irgendwann einmal Ganztagsschule werden sollten, brauchen wir auch eine Mensa“, sagt Patzfahl. Priorität habe die Frage nach dem Ganztagsbetrieb aber nicht. „Jetzt müssen wir erstmal den Umzug bewältigen.“