Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Verein und Verband sauer auf neue Citipost

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 13.02.2018.

Kreis Hildesheim - Reinhard Rittmeier ist verärgert. „Jahrelang haben wir gute Erfahrungen mit der Citipost Hildesheim gemacht“, betont der Kassenwart des Vereins „Gartenfreunde Hohnsen“. Als die dann Ende 2017 ihren Betrieb einstellte, habe er einen Rahmenvertrag mit der Citipost Göttingen unterschrieben. Doch die rund 200 Einladungen zur Jahresversammlung, die der Verein am 29. Dezember an das Unternehmen übergeben habe, seien erst vor ein paar Tagen angekommen.

Ähnliche Klagen gibt es vom Landvolk-Kreisverband Hildesheim. „Wir hatten die Einladungen zu unserer Bezirksversammlung am 1. Februar in Nettlingen von Citipost Göttingen abholen lassen“, so Geschäftsführer Carl-Jürgen Conrad. In einigen Orten gebe es aber wohl anscheinend keine Zusteller mehr, so dass dort die Einladungen nicht angekommen seien. In allerletzter Minute habe er dann noch über die HAZ zur Mitgliederversammlung eingeladen. „Wieso erfahre ich dies denn erst über die Zeitung?“ habe ihn ein empörter Anrufer gefragt. Die Citipost habe ihm derweil auf Nachfrage erklärt, den Zustellauftrag an die Deutsche Post weitergegeben zu haben.

Demnächst übernimmt Südniedersachsen

„Genau darauf haben wir unsere Kunden ja auch hingewiesen, weil unsere Strukturen noch nicht in Gänze vorhanden sind“, sagt Nicole Fuge von der Citipost in Göttingen. So seien die Briefe in einem Sortierzentrum der Post abgegeben und dann als Standardbriefe verschickt worden. „Und für die Laufzeit der Deutschen Post sind wir nicht verantwortlich“, fügt sie hinzu. Im Übrigen werde die Citipost Göttingen nur übergangsweise für Hildesheim zuständig sein. Demnächst übernehme die neu gegründete Citipost Südniedersachsen, ein Zusammenschluss der Citipost-Unternehmen Hannover und Weserbergland, das Gebiet.

Ob die Deutsche Post nun für das ganze Desaster verantwortlich ist, lässt deren Sprecher Jens-Uwe Hogardt dahingestellt. „Das ist schon eine kühne Behauptung und bleibt reine Spekulation“, betont er. „Da bräuchten wir Einlieferungsbelege, die gibt es bei Standardbriefen nicht.“ Ansonsten lasse sich der Weg der Briefe nicht ohne weiteres nachvollziehen.

„Dass unsere Briefe teilweise mit der Deutschen Post verschickt wurden, wussten wir“, räumt Carl-Jürgen Conrad ein. „Das kann doch aber nicht 14 Tage dauern und am Ende dazu führen, dass wir die Post selbst austragen müssen!“

Reinhard Rittmeier hofft derweil, dass ihm das Ganze von der Citipost nicht auch noch in Rechnung gestellt wird. „Eigentlich müssten wir nach dem ganzen Ärger noch Schadensersatz verlangen“, meint er. Schließlich müsse der Verein wegen der verpassten Einladungsfristen nun im April eine erneute Versammlung einberufen.