Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Vermüllte Grünanlagen: Kann der ZAH helfen?

Veröffentlicht von am 14.05.2019.

Hildesheim - Sommer, Sonne – und ganz viel Müll auf den Grünanlagen der Stadt? Das Oster-Wochenende Mitte April ließ in dieser Hinsicht jedenfalls Böses ahnen: Am Dienstagmorgen hatten sich Berge von Unrat rund um den Hohnensee getürmt. Zerbrochene Glasflaschen, Pizzapappen und Grillreste auf dem Rasen, Plastikbecher, Chipstüten und Tupperschalen im Wasser: Das Gelände sah stundenlang aus wie ein Trümmerfeld.

Geht es nach dem Ortsrat Oststadt/Stadtfeld, sollten sich solche Bilder nicht wiederholen. Die Stadtteilpolitiker möchten, dass das Rathaus mehr gegen den Abfall in den städtischen Grünanlagen unternimmt – also etwa am Hohnsensee oder auch in der Steingrube. „Die Stadt könnte insbesondere an langen Wochenenden häufiger leeren“, sagte Sabine Sonnenberg (Grüne) in der Ortsratssitzung am Montagabend.

Ortsbürgermeister Helmut Borrmann (SPD) sieht das ähnlich: „Dafür müssten einfach Kapazitäten bei der Stadt geschaffen werden.“ Der Forderung nach größeren Mülleimern widersprach Marco Köster von der Stadtverwaltung: „Größere Mülleimer bedeuten mehr Müll und auch eine Zunahme an illegalem Müll.“ Stadt-Sprecher Helge Miethe hatte nach Ostern bereits darauf hingewiesen, dass öffentliche Mülleimer missbraucht würden, um Hausmüll und Gelben Säcken zu entsorgen. Was also tun?

Stadt will keine Hilfe

Dennis Münter hat eine Idee, um die Grünflächen sauberer zu halten: „Der ZAH hätte Kapazitäten für das Entleeren von Mülleimern“, schlug der CDU-Politiker vor, der auch im Stadtrat sitzt. Der Zweckverband Abfallwirtschaft (ZAH) ist für die Müllentsorgung von Privathaushalten und Unternehmen zuständig, er wird vom Landkreis und der Stadt getragen. Münter ist seit kurzem Vorsitzender des Zweckverbandsausschusses; er weiß also, wovon er redet.

Der Einfluss der Politik auf die Stadtverwaltung sei in diesem Bereich allerdings gering, räumte der Christdemokrat ein. „Das ist Geschäft der laufenden Verwaltung“, erklärte Münter. Die Stadtverwaltung bestimmt daher selbst, wie sie die Reinigung organisiert.

Und so sollen auch künftig städtische Mitarbeiter die öffentlichen Grünflächen reinigen. „Hier geht es nicht darum, ob jemand Kapazitäten frei hat. Der ZAH kann schon aus rechtlichen Gründen die Grünflächenpflege nicht übernehmen“, sagte Stadtsprecher Helge Miethe der HAZ. Außerdem müsste die Stadt dem ZAH dafür Geld zahlen. „Dieses Geld haben wir aber nicht.“

Münter wies die Verantwortung für die Zustände in der Ortsratssitzung dem zuständigen Fachbereichsleiters Heinz Habenicht zu. Aber bis zu dessen Pensionierung sei es ja nicht mehr lange hin, erklärte der CDU-Politiker böse.