Hildesheimer Allgemeine Zeitung

VfV 06: So viele Chancen – und kein einziges Tor

Veröffentlicht von Thorsten Berner am 14.04.2019.

Hildesheim - VfV 06-Trainer Thomas Siegel war restlos bedient. „Wenn man solche Chancen hat und nicht eine einzige nutzt, dann fehlt mir, ehrlich gesagt, das Verständnis.“ In der Tat: Was die Fußballer des VfV Borussia 06 Hildesheim im Oberligaspiel gegen den MTV Gifhorn an hundertprozentigen Chancen ausließen, ging nicht auf die berühmte Kuhhaut.

So trennten sich beide Mannschaften am Sonntag vor 380 Zuschauern im Friedrich-Ebert-Stadion torlos in einem Spiel, das mindestens mit 7:3 an den VfV 06 hätte gehen müssen. Gifhorns Trainer Michael Spies pflichtete Siegel bei: „Beide Mannschaften haben das Toreschießen nicht erfunden.“

Fast noch verloren

Weil das so ist, müssen sowohl der VfV 06 als auch der MTV weiter um den Klassenerhalt bangen. Am Ende konnten die Borussen sogar noch froh sein, dass sie wenigstens einen Punkt geholt hatten. Denn in der 89. Minute brachte der Gifhorner Marvin Luczkiewicz das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern Entfernung an den Innenpfosten zu schießen.

Weil der Platz hier nicht ausreichen würde, um alle Hildesheimer Chancen aufzulisten, nachfolgend nur eine kleine Auswahl. 11. Minute: Andreas Hinrichsen kommt zweimal zum Schuss. Erst schießt er einen Gegenspieler an, dann wehrt MTV-Torwart Tobias Krull den Ball ab. 34. Minute: Nach einem Fehler von Dimtrios Tsampasis steuert Hady El Saleh allein aufs Tor zu und schießt knapp daneben. 49. Minute: Nach einer Ecke kommt Steffen Suckel zum Schuss, der Gifhorner Azad Karamac klärt kurz vor der Torlinie. 51. Minute: Benedict Plaschke scheitert aus acht Metern an Krull. 64. Minute: Hady El Saleh legt quer auf Maurice Mathis – der schießt aus acht Metern drüber. 75. Minute: Nach Zuspiel von Plaschke zögert El Saleh zu lange mit dem Schuss und wird geblockt. 78. Minute: Der eingewechselte Adem Avci steht frei vor Krull. Wieder hält der MTV-Keeper. 83. Minute: Wieder Avci. Diesmal ist Krull geschlagen, doch der Hildesheimer schießt nicht entschlossen genug. Karamac klärt auf der Linie.

Zum Glück für die Gastgeber machen es die Gäste nicht besser: Rodi Celik verstolpert, trifft das leere Tor nicht (37.) und scheitert später an VfV-Torwart Nils Zumbeel (75.). Ganz zum Schluss vergibt Luczkiewicz wie eingangs erwähnt das dickste Ding.

Chahed nicht im Kader

Bei der Aufstellung hatte VfV-Trainer Siegel für die ein oder andere Überraschung gesorgt: So stand Sofien Chahed überhaupt nicht im Kader, und Thomas Ströhl rückte für Niklas Rauch in die Innenverteidigung. „Keiner hat einen Freifahrtschein“, erklärte Siegel. „Ich entscheide nach den Leistungen in den Spielen und im Training.“ An der Aufstellung hat es nicht gelegen, dass es nur zu einem Punkt reichte. Ein Sieg wäre ein echter Befreiungsschlag für die Borussen gewesen, zumal Uphusen und Wunstorf ihre Spiele verloren. So aber bleibt die Lage prekär.

Übrigens: Zur Trainerfrage und zur zukünftigen Ausrichtung will sich die Klubführung am kommenden Dienstag konkret äußern. „Unsere Planung steht, es müssen nur noch einige Details geklärt werden“, berichteten Vereinspräsident Michael Salge und Vorsitzender Achim Balkhoff.