Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Volksbank schließt spätere Fusion nicht aus

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 13.06.2018.

Hildesheim - Am Montagabend hatte die Führung der Volksbank Hildesheimer Börde erklärt, sie sei nicht Schuld am Scheitern der Fusion mit der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Patensen (die HAZ berichtete). Am Dienstagabend folgte die Replik des verhinderten Partners: „Gern hätten wir Sie heute Abend über eine solche Fusion abstimmen lassen“, betonte Vorstandschef Henning Deneke-Jöhrens in der Mitgliederversammlung des Kreditinstitutes. Doch die Börde-Volksbank habe „den gemeinsamen Zeitstrahl verlassen“.

Die geforderte Verschiebung sei „inakzeptabel“ gewesen, so Debeke-Jöhrens: „Wir können einen solchen Prozess nicht einfach über zwei, drei oder vier Jahre hinziehen. Die Mitarbeiter erwarten einen verlässlichen Prozess!“ Da applaudierte ein Großteil der 193 Mitgliedervertreter.

Die „grundsätzliche Richtigkeit des Vorhabens“ wollte Deneke-Jöhrens aber nicht in Frage stellen: „Ein geeigneter Zeitpunkt kann sich mittelfristig immer noch ergeben“, versicherte der Vorstandschef und verwies auf eine Umfrage, wonach 48 Prozent aller Banken davon ausgingen, bis zum Jahr 2022 fusionieren zu müssen..

Sechs Prozent Dividende

„42 Prozent aller befragten Banken haben auch angegeben, dass sie im kommenden Jahr Filialen schließen werden“, fuhr der Vorstandschef fort. Und stellte fast ein wenig erleichtert fest: „Dies haben wir 2017 schon erledigt.

Mit dem vergangenen Geschäftsjahr zeigte sich Deneke-Jöhrens unterm Strich zufrieden. So habe sich die Bilanzsumme auf nunmehr 2,3 Milliarden Euro erhöht. Das Volumen der Kundenkredite sei mit 1,1 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau geblieben. „Die Kundeneinlagen nahmen um 115 Millionen Euro zu und erreichten mit 2,94 Milliarden Euro einen Höchststand“, stellte der Banker zufrieden fest.

Die Höhe des Bilanzgewinns bezifferte Deneke-Jöhrens auf rund 3,8 Millionen Euro. Er schlug vor, davon rund 827 000 Euro als Dividende an die Vertreter auszuschütten und 2,9 Millionen Euro in die Rücklage einzustellen. Diesem Vorschlag stimmten die Vertreter einstimmig zu. Sie erhalten damit eine Dividende von sechs Prozent auf ihre Einlagen und somit mehr als die Mitglieder der Volksbank Hildesheimer Börde (drei Prozent) oder der Volksbank in Seesen (vier Prozent, siehe Extratext).

Ehrung für Hennies

Aus Altersgründen wurden gegen Ende der Versammlung Hans-Jürgen Hennies, Johannes Meyer und Wilfried Meyer aus dem Aufsichtsrat verabschiedet. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heiko Söhle dankte ihnen für ihr langjähriges Engagement. Hennies erhielt zudem die Ehrennadel in Gold des Genossenschaftsverbandes für seine insgesamt 40-jährige Mitarbeit in mehreren Aufsichtsräten der Volksbank.

Christian Bödeker, Gerhard Müller, Jürgen Schulte-Schüren und Birgit Weiterer, die turnusgemäß ebenfalls aus dem Aufsichtsrat ausschieden, wurden von der Versammlung jedoch einstimmig wiedergewählt.