Hildesheimer Allgemeine Zeitung

VHS: Tarifstreit beendet

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 13.06.2018.

Hildesheim - Ein Großteil der Mitarbeiter der Volkshochschule Hildesheim soll ab sofort deutlich mehr Geld bekommen als bislang. Nach einem zweieinhalb Jahre währenden Tarifstreit haben sich Geschäftsführerin Margitta Rudolph und die Gewerkschaft Verdi auf ein Paket geeinigt. Das Ganze funktioniert allerdings nur mit einem Zuschuss vom Landkreis, einem der beiden Träger der Einrichtung. Gebührenerhöhungen für die Kunden sind weiterhin nicht geplant.

Hintergrund des Streits war, dass nach der Fusion der städtischen und der Kreis-Volkshochschule ein Haustarif eingeführt wurde, der deutlich unter dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVÖD) lag. Einige VHS-Mitarbeiter bekommen noch immer TVÖD-Gehälter, sie sind formal beim Kreis beschäftigt. Die meisten ihrer Kollegen erhalten den geringeren Haustarif.

Rechenbeispiel

Für diese hatten Geschäftsführung Betriebsrat in den vergangenen beiden Jahren – unabhängig von den Tarifverhandlungen – monatliche Gehaltserhöhungen von pauschal 100 Euro im Jahr 2016 und noch einmal 100 Euro im Jahr 2017 vereinbart. Dieses Plus von 200 Euro wird nun im Tarifvertrag festgeschrieben. Auf die so entstandenen Löhne erhalten die betroffenen Mitarbeiter rückwirkend zum 1. Januar drei Prozent mehr Gehalt, danach gibt es zudem 60 Euro pro Kopf und Monat obendrauf.

Ein Rechenbeispiel: Wer Anfang 2016 auf 3000 Euro brutto kam, verdient ab sofort 3356 Euro im Monat. Ferner gibt es für das laufende Jahr 2018 je Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 500 Euro. „Damit haben wir die Lücke zu den TVÖD-Gehältern fast geschlossen“, betont Rudolph. Damit die Lücke nicht größer wird, sollen ab 2020 die prozentualen Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst auch auf den Haustarif angewendet werden. Parallel wollen VHS und Verdi auf eine vollständige Angleichung hinsteuern.

Hilfe vom Landkreis

Möglich wird dies durch die finanzielle Unterstützung des Mehrheitsgesellschafters Landkreis, der 100 000 Euro zuschießt. VHS-Chefin Rudolph hofft, dass diese Summe nun dauerhaft fließt: „Sonst wird es schwierig.“

Größter Kostenfaktor für die VHS ist laut Rudolph der zweite Bildungsweg – also Kurse für Erwachsene, die Schulabschlüsse nachholen wollen. Da lege die Einrichtung massiv Geld drauf. „Wenn wir die nicht mehr anbieten könnten, wäre das eine Katastrophe, zumal das im Landkreis sonst niemand macht“, mahnt die VHS-Chefin.

Zunächst freilich blicke sie mit ihren Mitarbeitern positiv in die Zukunft. Die bietet unter anderem am 31. August ab 13 Uhr die Einweihung des umgebauten Gebäudes mit Tag der offenen Tür und im nächsten Jahr das 100-jährige Bestehen der Einrichtung.