Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wald als Schutzgebiet? Kreis lässt sich nicht hetzen

Veröffentlicht von Tarek Abu Ajamieh am 10.09.2019.

Elze/Kreis Hildesheim - Die Politik im Landkreis Hildesheim will sich bei der Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten weder von der EU noch vom Land Niedersachsen hetzen lassen. Der Kreistags-Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung hat am Montagnachmittag die geplante Abstimmung über das Schutzgebiet „Limberg und Wöhren“ bei Elze vertagt. „Wir wollen abwarten, welche Regelung zum geplanten Erschwernisausgleich für die betroffenen Waldbesitzer das Land trifft“, erklärte der Ausschuss-Vorsitzende Falk-Olaf Hoppe (CDU).

Wie berichtet hat die EU ihre Mitgliedsstaaten schon im Jahr 2007 zur Ausweisung sogenannter FFH-Gebiete (FFH steht für Flora-Fauna-Habitat) aufgefordert. Die Frist war Ende vergangenen Jahres abgelaufen, Niedersachsen hinkt jedoch weit hinterher, Strafzahlungen drohen.

Thiesemann: Staatswald nehmen

Zudem gibt es erheblichen Widerstand der Waldbesitzer. Den machte in der Ausschuss-Sitzung die Elzerin Dorothea Schünemann noch einmal auf den Punkt. Das 170 Hektar große Gebiet gehöre 120 verschiedenen Eigentümern, die mit ihrem jeweiligen Besitz nur noch wenig anfangen könnten. Der Mehler Abgeordnete Wolfgang Thiesemann (SPD) monierte, die Hälfte des deutschen Waldes gehöre dem Staat – „da wäre es besser gewesen, aus diesen Bereichen die FFH-Gebiete auszusuchen.“ Umweltamts-Chef Gerald Bälkner verteidigte sich und betonte, der Kreis habe intensiv mit den betroffenen Eigentümern kommuniziert.

Der Ausschuss vertagte seine Entscheidung dennoch einstimmig. abu