Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Waschbären werden zur Plage

Veröffentlicht von Thomas Wedig am 12.09.2018.

Kreis Hildesheim - Die Heimat des Waschbären liegt in Nordamerika. Doch seit einige Exemplare in den 1930er Jahren in Nordhessen in die freie Natur gelangten, breitet er sich auch in Deutschland aus – was zunehmend zum Problem wird. Denn zum einen verdrängt er einheimische Tiere, zum anderen macht er es sich immer öfter auf Dachböden von Wohnhäusern bequem. Die Jagd-und Naturschutzbehörden von Stadt und Landkreis Hildesheim haben daher ein Merkblatt über den Umgang mit Waschbären zusammengestellt. Das Ziel: die Population einzudämmen. Der Landkreis weist darauf hin, dass Waschbären nicht nur als Nesträuber in der Vogelwelt berüchtigt sind, sondern auch andere streng geschützte Tierarten in ihrem Bestand bedrohen, zum Beispiel die Gelbbauchunke und den Edelkrebs. Seit 2001 gehört der Waschbär daher zu den Tieren, die gejagt werden dürfen – allerdings nur außerhalb von Siedlungen. Dort soll das Waschbären-Vorkommen verstärkt durch Fallenjagd dezimiert werden.

Um zu verhindern, dass die Tiere Wohnhäuser in Beschlag nehmen, sollte jeder Hausbesitzer Folgendes beachten:

Müll und Abfälle sollten unzugänglich aufbewahrt und gelbe Säcke erst morgens herausgestellt werden. Speisereste gehören außerdem nicht auf den Komposthaufen.

Der Aufstieg des Waschbären auf das Dach kann durch glatte Blechmanschetten über den Fallrohren verhindert werden. Ein Metallgitter am Schornstein kann außerdem den Zugang in das Haus versperren.

Bäume und Sträucher, die bis an das Dach reichen, sollten großzügig beschnitten werden. Nachts müssen die Katzenklappen verschlossen sein.