Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wasserkamp: Politiker fühlen sich unter Druck gesetzt

Veröffentlicht von Rainer Breda am 13.03.2018.

Hildesheim - Nach Angaben von SPD-Fraktionschef Bernd Lynack fühlen sich Mitglieder seiner Partei von Gegnern einer Wasserkamp-Bebauung unter Druck gesetzt. „Sie werden beschimpft, ihnen wird nahegelegt, auf keinen Fall für ein Baugebiet zu stimmen“, sagte Lynack der HAZ. Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative schickten ständig Emails, betroffen seien vor allem Sozialdemokraten, die in der Umgebung der Fläche lebten.

Der SPD-Chef sprach das Thema auch in der Ratssitzung am Montagabend an. Die Politiker gaben mit großer Mehrheit die 70 000 Euro frei, die im Haushalt für archäologische Voruntersuchungen stehen. „Wir stellen heute keinen Bebauungsplan auf“, betonte Stadtentwicklungsausschuss-Vorsitzender Detlef Hansen (SPD). Die Sondierung solle klären, ob und wenn ja, wo und in welchem Ausmaß Funde zu vermuten sein.

Heftige Wortwechsel

Damit ebne die Stadt gleichwohl einem Baugebiet den Weg, monierte der Grünen-Vertreter Jörg Bredtschneider. Ein weitaus schwerwiegenderes Hemmnis für eine Siedlung als die Archäologie sei der Naturschutz, die Kommune sollte daher die entsprechende Untersuchungen vorziehen. Die Grünen hatten dies bereits in der gemeinsamen Sitzung von Finanz- und Stadtentwicklungsausschuss zu dem Thema vergeblich gefordert, sie landeten damit auch diesmal nicht. Die Stadt müsse erst das Ausmaß einer möglichen Bebauung kennen, zitierte CDU-Ratsherr Mirco Weiß die Position von Stadtbaurätin Andrea Döring aus der Sitzung.

In der war es teilweise zu heftigen Wortwechseln zwischen Weiß und den Grünen, aber auch zwischen diesen und SPD-Politiker Hansen gekommen. „Alle Seiten sollten runterfahren“, sagte Grünen-Chef Ulrich Räbiger mit Blick auf den Schlagabtausch. Er beziehe sich selbst ein. Der Wasserkamp sei ein schwieriges Thema, „wir werden uns darüber weiter streiten und müssen das auch, mit aller Härte“. Aber die Politiker müssten sachlicher miteinander umgehen. Dies gelte auch für die Bebauungsgegner außerhalb des Rates, betonte SPD-Chef Lynack. Es gebe Attacken gegen Politiker unterhalb der Gürtellinie. „Das können wir nicht hinnehmen.“ Die Ratsmitglieder seien gewählt worden, um zu entscheiden. „Und wir werden entscheiden.“ Alle Fraktionen sollten gegen solche Angriffe zusammenstehen.

Geplante Ortsbegehung

Die Grünen laden für Freitag, 16. März, um 16.15 Uhr zu einer Ortsbegehung am Wasserkamp ein. Die Teilnehmer treffen sich auf dem Parkplatz des Südfriedhofs am Eingang zum Wanderweg, Interessenten sollen festes Schuhwerk tragen. Um 17.30 Uhr folgt ein Austausch über den Wasserkamp in der „Wolke 7“ in der Marienburger Str. 90 b. Dabei ist auch Maren Burgdorf vom OVH.