Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wieder Greifvögel-Angriffe in der Region

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 12.06.2019.

Kreis Hildesheim - Erneut haben in der Region Greifvögel Menschen angegriffen. Ein Läufer in der Nähe von Bad Salzdetfurth und ein Fahrradfahrer bei Söhre wurden attackiert. Und auch am Hildesheimer Steinberg gab es erneut Greifvogel-Attacken.

„Es war, als hätte mich jemand mit einem Knüppel von hinten auf den Kopf geschlagen“, so beschreibt es Michael Hartmann. Der 38-jährige Läufer war am Montagmorgen in der Bünte unterwegs, als der Bussard ihn in der Nähe des Golfplatzes attackierte.

„Ich wusste, dass dort ein Vogel nistet. Das war aber bisher immer rund 300 bis 400 Meter vor der Stelle, an der er mich nun angriff.“ An dem ihm bekannten Ort habe er deshalb extra aufgepasst. „Und ich dachte, danach wäre ich aus dem Gröbsten raus. Die Attacke kam völlig unerwartet.“

Krallenspuren auf dem Helm

Mit seinen Krallen traf der Bussard Hartmann am Kopf. Es floss Blut. „Ich habe aber noch einmal Glück gehabt, ganz so schlimm war es nicht“, sagt der Wehrstedter. Ob der Vogel ihn zunächst verfolgte oder sein Horst sich mittlerweile auf einem anderen Baum befindet, weiß Hartmann nicht.

Am Dienstagnachmittag dann wurde Tobias Kirchner in der Nähe von Söhre angegriffen. Er fuhr gerade mit dem Fahrrad zwischen dem Pfingstbaum Söhre und Diekholzen, als er plötzlich er einen Schlag auf seinen Helm bemerkte. Der 33-Jährige drehte sich um, konnte das Tier aber nicht mehr erkennen.

Kirchner ist sich dennoch sicher, dass es sich um einen Greifvogel gehandelt haben muss, denn sein Helm wurde leicht nach oben gedrückt. Außerdem konnte er später Spuren der Krallen am Helm erkennen. Hätte der Diekholzener keinen Helm getragen, wäre er möglicherweise bei dem Angriff verletzt worden. „Ich war dankbar, dass ich den aufhatte“, sagt der 33-Jährige.

Wieder Angriff am Steinberg

Der jüngste Vorfall ereignete sich am Mittwoch am Steinberg. Petra Lehnhoff wurde dort von einem Greifvogel beim Joggen attackiert, wie sie berichtet. Der Vogel flog anschließend weg und attackierte sie daraufhin erneut. Die 50-Jährige rettete sich in ein Gebüsch. Sie habe richtig Angst gehabt, sagt die 50-Jährige: „Das war wie in einem Horrotfilm.“ Und es war nicht der erste Angriff auf die Frau. In der vergangenen Woche wurde sie bereits attackiert, zog sich dabei sogar eine blutende Kopfwunde zu.

Am Steinberg hatte es in den vergangenen Wochen wiederholt Greifvogel-Angriffe auf Jogger gegeben. Die Stadt lehnt es bislang ab, dort Warnschilder aufzustellen.

Die Angriffsorte im Landkreis Hildesheim