Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wird es den gemeinsamen Sportverein jetzt noch geben?

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 06.04.2019.

TuS Holle-Grasdorf erhebt Vorwürfe gegen den SV Rot-Weiß Wohldenberg / Der weist diese zurück und fühlt sich „attackiert“

Von Andrea Hempen

Holle. Ab dem 1. Juli wollten der TuS Holle Grasdorf und der SV Rot-Weiß Wohldenberg (RWW) eigentlich ein Verein sein. Doch aus der Fusion wird wohl erst einmal nichts. Der Vorstand des TuS gab jetzt bekannt, dass die Fusion ausgesetzt wird. Der TuS wirft dem RWW vor, nicht über offene Forderungen der Gemeinde Holle informiert und keine Kostenübersicht offengelegt zu haben.

Die Rechnung an die Gemeinde Holle ist zwar bereits beglichen, aber dennoch sind die Wogen nicht geglättet. Was ist geschehen? Wie Martina Schäfer, stellvertretende Holler Gemeindebürgermeisterin berichtet, hatte die Gemeinde Holle 2003 dem RWW die Verwaltung der gemeindeeigenen Grillhütte am Wohldenberg übertragen. 25 Euro von insgesamt 40 Euro pro Nutzung durfte der Verein für sich behalten. Die Gebühren wurden regelmäßig abgerechnet, bis es 2015 einen Bruch gab. Damals sei der Kämmerer der Gemeinde für einen längeren Zeitraum krankheitsbedingt ausgefallen und die Verwaltung habe alle Hände voll zu tun gehabt, die Arbeit umzuschichten. Da sei die Forderung für die Gebühr untergegangen.

Anfang 2018 überwies der RWW 270 Euro für die Nutzung. „Doch in der Zwischenzeit gab es schon eine Gebührenerhöhung“, erklärt Martina Schäfer. Die Gemeinde sandte dem RWW-Vereinsvorstand die bereinigte Rechnung zu. „Die Summe ist jetzt beglichen. Für uns ist das damit abgeschlossen“, sagt Schäfer. Allerdings sei die Nachzahlung an die Gemeinde wohl nicht im RWW-Haushalt aufgelistet. Das Geld fehle, und damit auch die Rücklage des Vereins. Und das, obwohl Flutlichtanlage und Clubhausbau am Wohldenberg noch abbezahlt werden müssten.

In einer Mitteilung greift Knut Meyer, Vereinschef des TuS, das Thema Finanzen des RWW auf. Der RWW hätte verschiedene Gründe vorgetragen, warum er keine detaillierte Kostenübersicht des Vereins vorlegen könnte. Da sei von einem defekten Rechner die Rede gewesen und von fehlenden Backup-Sicherungen. „Wenn so ein Ding mal passiert, sage ich nichts“, so Knut Meyer. Doch wenn noch etwas dazu käme, wie in diesem Fall die ausstehende Zahlung an die Gemeinde, werde er misstrauisch. Bernd Leifholz, der gestern nicht für HAZ-Nachfragen zu erreichen war, habe die Prüfung der Vereinsfinanzen durch einen Steuerberater abgelehnt. Leifholz habe erklärt, dass eine Kontrolle nicht nötig sei, da die Fusion nur mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt erfolgen könne.

Den Respekt dem RWW gegenüber scheint Leifholz nun zu vermissen. An die Mitglieder schrieb er, mit welcher Dreistigkeit der TuS der Fusion der Vereine die Grundlage entziehe. In seiner Mitteilung versuche der TuS den RWW als „Lügner und Betrüger darzustellen“. Auf diese „tendenziöse Darstellung“ werde der RWW angemessen reagieren. Wie, das werde auf einer Vorstandssitzung am Montag beraten, schreibt Leifholz.

Für Knut Meyer stehe indes fest, dass die Fusionsgespräche weitergehen: „Wir wollen sachlich bleiben und die Gemeinde Holle bei den Beratungen mit einbeziehen.“