Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Zauberhafte Physik in der Mauritius-Schule

Veröffentlicht von HAZ-Redaktion am 13.02.2018.

Hildesheim - „Das ist Wissenschaft. Man stellt eine Hypothese, also eine Überlegung, auf und untersucht sie auf ihre Richtigkeit“, erklärt Adriana Dreyer dem neunjährigen Sebastian Farkens. Der Drittklässler der Mauritius-Grundschule greift zum schwarzen Filzstift und gestaltet ein Stück braunes Filterpapier. Es ist kein Kunstunterricht und Dreyer keine Lehrerin. Sie ist Informatikerin bei Bosch, Patin des Projekts „Zauberhafte Physik“ und hat am Dienstag mit Kollegen und Drittklässlern bei physikalischen Experimenten Naturgesetze erforscht.

Bei der „Zauberhaften Physik“ sollen junge Menschen zum Experimentieren angeregt und an die Physik herangeführt werden. Das Projekt basiert auf einfachen Versuchen. Bereits 2007 hatte Diplom-Ingenieurin Maren Heinzerling die Idee der „Zauberhaften Physik“ für Berliner Grundschulen entwickelt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und umgesetzt.

Daniella Cunha Teichert, Elektroingenieurin und am Bosch-Standort Hildesheim tätig, holte das Projekt nach Hildesheim. Während die Drittklässler der Mauritius-Schule, die Schule kooperiert mit Bosch bereits seit einigen Jahren im Projekt Kinder und Technik, den Naturgesetzen auf der Spur waren, sind am Mittwoch die Viertklässler an der Reihe. Die Grundschule Ochtersum bekommt im März Besuch.

„Schwarz versteckt viele andere Farben“

Will Bosch mit Blick auf einen Fachkräftemangel bei den Jüngsten ansetzen? Cunha Teichert lacht und betont: „Man muss so früh wie möglich anfangen, Interesse an Physik und den Berufen zu wecken.“ Auf den weiterführenden Schulen sei es in Klasse zehn dafür zu spät. „Da ist alles vorbei“, sagt die Ingenieurin, die das Projekt vorantreiben und weitere Schulen dafür gewinnen will.

Um sie herum herrscht reges Treiben. Unter dem Stichwort Zauberfarbe experimentierten die Grundschüler mit Filterpapier, Wattestäbchen, Wasser und unterschiedlichen Stiften. Dabei erkennen sie, dass die schwarze Farbe in ihre Bestandteile zerlegt wird. „Schwarz versteckt in sich viele andere Farben“, schildert die achtjährige Laila Bruns ihre Beobachtungen. Großes Erstaunen lösen die brennenden, fliegenden Teebeutel aus. Die Drittklässler erfahren, dass sich die Luft im Teebeutel infolge der Verbrennung erwärmt und dieser deswegen aufsteigen kann.

Schulen, die an der „Zauberhaften Physik“ Interesse haben, erhalten weiter Informationen beim Verein Deutscher Ingenieure unter Telefon 05 11 / 16 97 99 30, im Internet unter www.zauberhafte-physik.net und per Mail an daniella_cunha@yahoo.com.